Fair Trade

Was ist Fair Trade?

Wir leben in einer globalisierten Welt. Viele unserer Rohstoffe und Produkte kommen aus den Ländern des globalen Südens. Hier herrschen häufig menschenunwürdige Produktionsbedingungen: Bereits Kinder müssen in Fabriken und auf Feldern arbeiten anstatt zur Schule gehen zu können. Arbeiter*innen werden ausgebeutet und ausgenutzt – alles nur um Produktionskosten zu minimieren und Profite zu maximieren.

Im Sinne der Gleichheit aller Menschen möchte Fair Trade diese Ungerechtigkeit abschaffen und für Fairness im Handel sorgen. Der Faire Handel fördert einen wirtschaftlichen Ausgleich zwischen den reichen Ländern des globalen Nordens und den deutlich ärmeren Ländern des globalen Südens, indem er hier durch faire Löhne und Möglichkeiten zur Selbsthilfe bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen schafft sowie die Infrastruktur vor Ort verbessert, z.B. durch den Bau von Schulen. Er richtet sich gegen Kinderarbeit und die Ausbeutung von Arbeiter*innen in der Produktion und der Landwirtschaft, indem z.B. ihre Zusammenschlüsse in Genossenschaften, der Bau von Schulen und Weiter- und Fortbildungen unterstützt werden.

Was bedeutet Fair Trade für uns an der RHS?

Da uns als Schulgemeinschaft ein bewusstes und wertschätzendes Miteinander sowie ein Leben in Vielfalt und eine gleichberechtigte Teilhabe aller am Herzen liegt, ist die Unterstützung von Fair Trade seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer Schulkultur.
Wir möchten das Bewusstsein für die Bedeutung des fairen Handels stärken, indem wir für unterschiedliche Produktionsbedingungen sensibilisieren und die Bereitschaft fördern, soziale Verantwortung zu übernehmen, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und bewusste Entscheidungen im Umgang miteinander und mit unserer Umwelt zu treffen. Hiermit führen wir das gesellschaftskritische Engagement unserer Namensgeberin, der Braunschweiger Schriftstellerin Ricarda Huch, weiter und leisten einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Auf unterschiedlichen Ebenen versuchen wir ein Bewusstsein dafür anzubahnen, dass unsere eigenen Entscheidungen und Handlungen Menschen anderer Erdteile und nachfolgender Generationen beeinflussen.

Seit wann unterstützt die RHS Fair Trade?

Die Idee, an unserer Schule einen Beitrag zum Fairen Handel zu leisten, kam 2006 aus der Schülerschaft. Damals kam die Schülerin Anne Grotzinger (Abi 2007) von der Weltjugendkonferenz zum Thema Welthandel/ Fairer Handel zurück und initiierte mit einer Gruppe von Mitschüler*innen und der Unterstützung von Frau Zimmermann den Verkauf von fairer Schokolade, Gummibärchen und Sesamriegeln einmal pro Woche in der großen Pause. Die Fair-Trade-AG wurde noch in diesem Jahr ins Leben gerufen. Seit diesen Anfängen ist das Bewusstsein für die Bedeutung des Fairen Handels unter den Ricardianer*innen stetig gewachsen – Fair Trade ist Bestandteil unseres Schulprogramms und des Projekts „Umweltschule in Europa“ geworden. Mit ihrem Fair-Trade-Engagement konnte die RHS die Bewerbung der Stadt Braunschweig zur Fairtrade-Stadt 2013 erfolgreich unterstützen.

Wodurch zeigt sich die Unterstützung von Fair Trade im Schulalltag?

  • In der RHS wird seit Jahren fair gehandelter Kaffee getrunken.
  • In der Außenstelle findet seit 2013 an zwei Tagen in der Woche ein Verkauf fairer Snacks durch Schüler*innen statt.
  • In der schuleigenen Caféteria im Haupthaus, dem RiCafé, wird seit der Neueröffnung täglich eine Auswahl fair gehandelter Leckereien angeboten.
  • Die neuen Ricardianer*innen werden mit einem fairen Gruß willkommen geheißen.
  • Fair Trade wird im Unterricht thematisiert. In Erdkunde werden folgende Aspekte behandelt:

Jg. 5: Leben und Wirtschaften – Landwirtschaft / Industrie / Dienstleistungen

Jg. 7: Ackerbau im tropischen Regenwald und fairer Handel von Kakao, Kaffee und Bananen

Jg. 10: Merkmale unterschiedlichen Entwicklungsstandes und Globalisierung: z.B. Faire Sneaker, Rosenanbau in Kenia.

  • Bei den Präventionstagen findet ein Fair-Trade-Modul in Jahrgang 6 statt, das von der Fair-Trade-AG mit Unterstützung der Jugendkirche Braunschweig durchgeführt wird.
  • Das Fair-Trade-Café ist bei sämtlichen Schulveranstaltungen dabei: bei Leseabenden, Sommerfesten, Theateraufführungen, Info- und Musikabenden sowie bei Elternsprechtagen. Auf diese Weise entsteht jedes Mal ein Raum der Begegnung und des Austauschs, in dem das gemeinschaftliche Miteinander spürbar wird.
  • Seit 2017 nehmen wir an der Fairen Woche in Braunschweig durch Ausstellungsprojekte mit Werken unserer Schüler*innen teil – auch außerhalb der Schule, z.B. im Roten Saal oder in der Touristinformation; 2017 mit FAIRnissage in der Magnikirche und 2019 im Schulgebäude der RHS.
  • Es gibt projektbegleitende Informationsveranstaltungen mit Anna-Katharina Thiel, der Eine-Welt-Promotorin für unsere Region von Fair in Braunschweig.
  • Bei unserer Nikolaus-Aktion wird seit 2019 faire Schokolade verschenkt.
  • Die T-Shirts, Kapuzenjacken, Hoodies und Turnbeutel unserer Schulkollektion sind aus Bio-Baumwolle und fair gehandelt.
  • Im Lockdown hat die Fair-Trade-AG in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Kunst im April 2020 den Wettbewerb Und plötzlich steht alles still durchgeführt.
  • Im RiCafé fand im Dezember 2020 eine Ausstellung mit Stop-Motion-Filmen von Schüler*innen aus Jahrgang 10 rund um die Themen Fair Trade und Fair Trade im RiCafé statt.
  • Während der Coronazeit haben wir den Verkauf fairer Wundertüten auf Bestellung eingeführt, um weiterhin den Fairen Handel und das Malaika-Projekt (siehe unten) unterstützen zu können.

Woher kommen unsere Waren?

Der Eine-Welt-Laden im Stadtjugenddienst in der Goslarschen Straße 31 versorgt uns von Anbeginn unserer Aktivitäten mit fair gehandelten Produkten. Wir bekommen von dort nicht nur die Waren auf Kommissionsbasis, sondern von Frau Lichte-Dierks und Frau Kindermann auch wertvolle Unterstützung. Immer donnerstags in der Zeit von 15.30-19.30 Uhr ist der Weltladen geöffnet.

Was geschieht mit den Einnahmen?

Da wir sämtliche Waren auf Kommission anbieten, gehen alle Einnahmen an den Eine-Welt-Laden im Stadtjugenddienst. Von dort geht das Geld an die Produzent*innen. Mit unseren Überschüssen unterstützen wir seit vielen Jahren das Malaika-Projekt, ein Projekt für AIDS-Waisen in Kenia. Mit der Gründerin des Vereins, Kristiane Ewert, stehen wir in regelmäßigem Austausch.

Wir freuen uns auf weitere Unterstützer*innen des Fairen Handels und neue Gesichter in der Fair-Trade-AG.